Der Wecker schüttelte uns um 5:30 Uhr aus dem Bett, um 6:00 Uhr gab es ein Frühstück und um 6:30 Uhr war die Abfahrt in den Etosha National Park. Zurückgekommen sind wir um 14:45 Uhr. Beeindruckend war die Vielzahl und Anzahl der Tiere. So sahen wir ein Löwe mit zwei Weibchen und einen älteren ernst verletzten Löwen im Schatten von niederem Gebüsch. Ausserdem trafen wir auf Giraffen, Zebras, viele Antilopen von verschiedenen Arten, Sekretärvogel, Gnu, Kudu, Schakal und Elefanten …
Mit meist 120 km/h auf der Asphaltstrasse kamen wir rasch voran. Diese Strecke war landschaftlich eher schlicht: meist ganz flach, Gräser und Büsche, ein kleiner Springbock am Rand.
An den Strassenrändern stehen oftmals Einheimische, die etwas zum Verkauf anbieten. Manchmal sind es auch einfach Kinder, die etwas wollen oder Frauen in leuchtend bunter Tracht, nackten Brüsten und einem Kleinkind auf den Armen, die sich als Fotoobjekt anbieten möchten. Auch an Tankstellen oder Parkplätzen kann ein Tourist Begehrlichkeiten wecken. Sinnvoll ist sicherlich die Beauftragung eines Anbieters als Parkwächter für ein kleines Endgeld.
Angekommen sind wir in einer sehr schönen Lodge, wo sich die am Wasserloch versammelten Gnus zum Fotografieren aufgestellt haben.
Am Nachmittag gönnten wir uns je eine Wellnessanwendung, bevor wir uns für den auf 17.30 Uhr angesetzten Sundowner richteten.
Bei unserem Abendessen durften wir Breitmaulnashörner in ungesicherter Nähe beobachten und auf dem Weg zu unserer Unterkunft begegneten wir noch interessanten Insekten.
Heute haben wir eine kurze Fahrt auf relativ viel Asphalt vor uns. Dies führt dazu, dass unser Zimmer in der Lodge bei unserer Ankunft noch nicht bereit ist. Nach einer kleinen Bierstärkung nehmen wir deshalb eine kleine Wanderung rund um das Hochplateau in Angriff, auf welchem wir später den Sundowner und das Abendessen geniessen werden.
Aufwachen mit dem Gebrüll von Mungos, das Frühstück untermalt mit dem Frauenchor aus der Küche und Wandern in der absoluten Stille, wo nur der Wind ums Ohr säuselt. Wir wanderten zu den 2000-6000 Jahre alten Felszeichnungen , auf denen Nomaden ihre Jagdtiere und Wasserstellen dokumentiert haben.
Nachmittags um 15:00 startete unsere geführte Tour mit anschließendem Sundowner. Wir sahen eine Straussenfamilie und eine Elefantenherde. Ausserdem durften wir an einem Kurs „Wie wechsle ich an einem Lastwagen einen defekten Reifen“ teilnehmen. Danach folgte der Sundowner mit Winhoek Bier.
Unsere zweite längere Strecke begann mit einer 160km langen Asphaltstrecke. Danach 190km Schotter mit sehr unterschiedlicher Qualität. Aber immer noch ohne Reifenwechsel, was unter diesen Umständen schon fast gut ist.
Das erste Bier in der von gewaltigen Steinbrocken durchsetzten Lodge schmeckte bei 34 Grad als Staubspülung extrem gut!
Nach der gestrigen längeren Fahrt geniessen wir heute den ruhigen Stadtbummeltag in Swakopmund, das mit „ein Stück Deutschland am Rand der Wüste“ wohl treffend umschrieben ist. Das Stadtzentrum ist geprägt von Kolonialbauten des Jugendstils. Ende des 19. und am Anfang des 20. Jhdts. siedelten sich einige Deutsche in Swakopmund an.
Fahrt: 6:10h, ca. 400km, 40 Asphalt, 360 Schotter, wobei 60 auf gut gewalztem Schotter
Heute erwartet uns eine der längsten Fahrten auf sehr unterschiedlichem Schotter. Bei gewissen Schotterteilstücken waren 40km/h das Maximum, Normalschotter ging bei 70 km/h und gut gewalzter Schotter bei 100 km/h gut durch.
Bei einem Tempolimit von 40 km/h aufgrund einer Baustelle erachtete ich 60 km/h schon als grosszügige Erhöhung. Als jedoch ein Polizeiauto nah aufschloss, änderte sich meine Bewertung. Überrascht wurde ich jedoch, als uns das Polizeiauto trotz Überholverbot zügig überholte und in der Staubwolke versank.
Wanderung Dünenaufstieg: 5,85km, 2:10h, 292hm Garmin Link
Heute morgen klingelte der Wecker bereits um 5:00 Uhr. Um 5:30 Uhr gab es ein kleines Frühstück und um 6:00 Uhr fuhren wir zum Sossusvlei National Park. Nach dem etwa einstündigem Aufstieg von 292 Höhenmetern auf die „Big Daddy Dune“ sprangen wir in nur 3 Minuten wieder ganz hinunter. Am Fusse von Big Daddy befindet sich das Deadvlei mit bizarren toten Bäumen.
Nach einem Glas Schaumwein und einer kleinen Stärkung machten wir uns auf zum kleinen Sesriem Canyon, welcher nur 30 Meter tief ist.
Früh am Morgen wurden wir zu einem Aussichtspunkt für den Sonnenaufgang gefahren. Auf der Wanderung zurück zum Camp begleitete uns ein Bushman eines Nomadenvolkes. Er zeigte uns wie er die verschiedenen Tierspuren interpretiert, welche Pflanzen bei giftigen Schlangenbissen angewendet werden und erzählte, wie in ihrer Gemeinschaft mit dem Tod umgegangen wird. So werden neugefundene Pflanzen zuerst an einem Greis, danach an einem Alten und zum Schluss noch einem Jungen ausgetestet, ob sie tödlich, ungeniessbar oder verwendbar sind. Zieht ein Volk weiter, so können Ältere selbst entscheiden, dass sie nicht mehr weiterziehen und den Kraftaufwand für einen Umzug nicht mehr auf sich nehmen möchten. Sie werden dann mit einem Feuer, etwas Nahrung und Wasser zurückgelassen. Den Kindern wird erzählt, dass diese Alten von einem anderen Stamm benötigt werden und später wieder zurückkehren werden.
Nach dieser Wanderung und einem ausgiebigen Frühstück machten wir unseren Umzug nach Sesriem bequem mit dem Auto.
Captain Jonathan alias Kirk führte uns bei der Morgen- und Abendtour mit anschließendem Sundowner sehr fachkundig und interessant präsentiert mit seinem Special Purpose Vehicle durch das 2022 km2 grosse, fantastisch schöne Naturschutzgebiet. Der rote, feinkörnige Sand, die surreale Landschaft und sehr kalte Morgentemperatur liess uns vermuten, dass wir über Nacht auf den Mars gebeamt worden sind.
Die Wüste lebt: zahlreiche bunte Käfer, Eidechsen, Skorpione, Chamäleons, Hasen, Springmäuse sind entweder im Original oder an deren Sandspuren festzustellen.